Die Liebe ein Schmetterling

Die Liebe ist ein Ding. Zart wie ein Schmetterling,
in Blumen auferzogen, rasch, wie ein Traum, entflogen.

Mir Elfenkost genährt. Leicht traulich, leicht verstört.
Ein Kind der Sonnenstrahlen, ersehnt, gehascht von Allen.

Doch rohen Händen nimmer besteht so feiner Schimmer,
und Schmelz und Farbenpracht löscht dann in tote Nacht.

Weh dir, dass man dich fing, du armer Schmetterling.
Du musst, um froh zu leben, frei in den Lüften schweben.

Und nur zuweilen hin am grünen Rasen ziehn,
von Frühlingshauch gefächelt, wenn Erd und Himmel lächelt.

Die Liebe ist ein Ding. Zart, wie ein Schmetterling,
in Blumen auferzogen, rasch, wie ein Traum, entflogen.

(Lydia Hecker, 1802)