Ideen für den eigenen „basalen Garten“

Veröffentlicht am: 7. Juli 2026|

Am 19. Juni 2026 hatten wir vom Dachgarten für Intensivpatient:innen am King’s College Hospital in London berichtet. Solche Außenbereiche bieten unterschiedlichste Sinnesreize auf natürliche Art und Weise: Licht, frische Luft/Wind, Pflanzen, Wasser, Erde, Geräusche und somit die Möglichkeit, den eigenen Körper anders im Raum zu erleben.

Heute möchten wir Ihnen und euch die Idee eines basalen Außenbereichs für zu Hause vorstellen. Ein geschützter Raum, an dem sich bspw. pflegende Angehörige mit ihren zu Pflegenden einen Ort der Ruhe schaffen können.

Wie kann ein „basaler Garten/basaler Balkon“ im Alltag gelingen?

  • Er sollte übersichtlich und ruhig sein: Wenige, klar erkennbare, ruhige Bereiche schützen vor Reizüberflutung und helfen bei der Orientierung.
  • Er sollte sicher und barrierearm sein: Feste, ebene Wege und keine Stolperfallen sind ebenso wichtig wie gute Beleuchtung und leicht erreichbare Sitzplätze.
  • Sinneserfahrungen sollten gezielt eingesetzt werden: Duftende Pflanzen mit unterschiedlichen Blattstrukturen, sanftes Rascheln von (trockenem) Laub, weiches Gras, ein Korb mit Holz/Rinde, ein Windspiel, ein kleiner (Tisch-)Brunnen, der Wasser hören und fühlen lässt – all das unterstützt die Wahrnehmung.
  • Er sollte Bewegung ermöglichen: Ein kleiner Rundweg durch den Garten, eine kurze Strecken auf dem Balkon bis zu einem Platz zum Hinsetzen. Vielleicht die Möglichkeit, in einer Hängematte zu liegen, zu schaukeln oder auf dem Rasen herumzurollen.

Die ersten Schritte zum basalen Lieblingsplatz

  • Entscheiden Sie sich für einen Sitzplatz mit ausreichend Schatten und Blick ins Grüne.
  • Legen Sie einen klaren, nachvollziehbaren Weg an: kurz, barrierefrei und wiedererkennbar.
  • Gestalten Sie ein Beet, das die Sinne anspricht, bspw. mit Minze, Thymian, Lavendel, Zitronenmelisse, Salbei. Gut eigenen sich auch Gräser oder (bunte) Pflanzen mit weichen Blättern.
  • Achten Sie auf die perfekte Höhe: Pflanzkästen, Blumentöpfe oder sogar ein Hochbeete auf Sitzhöhe erleichtern das Berühren, Riechen, Schmecken (und Gießen).
  • Nutzen Sie wiederkehrende Elemente: Eine kleine Skulptur, ein Stein, eine Lichterkette. Vertrautes kann Orientierung geben und Sicherheit schenken.

Und jetzt genießen

Ein Moment der Ruhe und Entspannung im eigenen Garten oder dem eigenen Balkon kann etwas sehr therapeutisches haben. Zusammensitzen, den Duft der Pflanzen wahrnehmen, ihre Blüten/Blätter berühren, den Wind auf der Haut spüren und ihm lauschen, eine Hand in das Wasser des (Tisch-)Brunnens halten. Solche ruhigen, wiederholbaren Abläufe lassen sich in den Alltag integrieren, verbessern die Körperwahrnehmung, stärken Beziehungen und schenken ein Gefühl von Sicherheit.
Fotos: R. Andreoli, B. Dura