Bald ist es soweit - die Fachtagung ist nicht mehr weit

Berührt werden und emotional berührt sein

Das ist das Thema der Fachtagung nächste Woche. Gerne möchte ich Sie mit diesem Beitrag auf das wichtige und schöne Thema einstimmen. Im Duden (2022) ist das Wort "berühren" beschrieben als "einen Kontakt herstellen; anrühren, ohne fest anzufasssen; streifen; in bestimmter Weise auf jemanden wirken; jemanden beeindrucken".

Emotionen und ihre Bedeutung

Das Wort Emotion stammt aus der lateinischen Herkunft "emovere" und bedeutet so viel, wie herausbewegen, bewegen,  emporwühlen, erregen (Wiktionary, 2022). Emotionen ermöglichen uns, auf alltägliche Situationen zu reagieren und wortlos mit unseren Mitmenschen in Kontakt zu treten. Gefühle, z.B. Freude, Angst oder Wut sind ein Teil der Emotion. Dazu gehören auch körperliche Reaktionen wie z.B. Lachen oder Gänsehaut sowie  Denkprozesse wie z.B. Gedächtnis und Entscheidungen, welche feste Bestandteile von einer Emotion sind (Studyflix, 2022).

 

Welchen Stellenwert haben für Sie Berührungen in privater und professioneller Hinsicht?

Was berührt Sie emotional in Ihrem Alltag?

Was bewegt Sie in ihrem Leben und lässt Sie lachen?

 

Quellen

Studyflix. Emotionen. Abgerufen am 11.05.2022 auf https://studyflix.de/biologie/emotionen-3606

Hier den Link zum Programm.

Text: Rena Ruedin


Artikel "Roboter mit sanfter Hand" von A. Knebel

Ein klarer Beginn und Abschluss signalisieren, den Berührungskontakt halten, die Druckintensität aufbauen, einen Rhythmus entwickeln sowie eine sichere und flächige Berührungen. Das sind die Berührungsqualitäten aus der Basalen Stimulation®. Kann ein Roboter dies exakt gleich umsetzen? Was sind die Vorteile / Nachteile des digitalen Wandels? Was sind Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz im Zusammenhang mit haptischen Interaktionen?

Lesen Sie mehr darüber im Artikel "Roboter mit sanfter Hand" (A. Knebl, 2021).

 

Unter folgendem Link können Sie anonym den Artikel und einzelne Bereiche kommentieren. Ihre Rückmeldungen würden uns sehr interessieren. In einem weiteren Beitrag würden wir die Feedbacks auswerten und in Textform zur Verfügung stellen. 

 

Verwendete Quellen:

Max Planck Forschung (2021). Die Gefühle müssen raus. Heft 4/21. 

 

Heft 4_21_Roboter mit sanfter Hand (A. Knebel, 2021)

Start Zertifikatslehrgang Basale Stimulation in Graz

Am Montag, dem 4. April 2022 hat der zweite Zertifikatslehrgangs Praxisbegleiter*in Basale Stimulation nach Prof. Dr. Fröhlich® in den Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz mit neun nationalen und internationalen Teilnehmenden gestartet.

Die Teilnehmenden erweitern dabei ihre Kompetenzen in der Theorie des Konzeptes, den Wissenstransfer in die Praxis und sensibilisieren ihre Haltung im Umgang mit anderen Menschen. Die wertschätzende und respektvolle Begegnung auf Augenhöhe ist die Voraussetzung, um mit anderen Menschen in den Dialog zu treten.

Die Teilnehmenden wurden durch Pflegedienstleiter H.J. Hohensinner und der Leiterin des Albert Schweitzer Instituts für Geriatrie und Gerontologie Frau Dr.in J. Goldgruber aufs herzlichste begrüßt.

Text und Bild: Die Lehrgangsleitungen Michaela Löschnigg-Tausz, Sabine Namor-Ranegger & Silvia Maier


Übung für mehr Achtsamkeit und Ruhe (5-10 Minuten)

Unser Alltag verläuft manchmal ruhig und manchmal auch etwas schneller...

«Wahr-nehmen» hat nichts mit Wahrheit zu tun. Sich Gewahr werden und seine Aufmerksamkeit auf etwas richten. Eine Aktivität aus einer Vielzahl möglicher Sinnesreize sowie Erfahrungen interpretieren und ihr einen individuellen Sinn verleihen (Bienstein & Fröhlich, 2021).

Sie sind eingeladen, sich fünf bis zehn Minuten Zeit für sich zu nehmen. Richten Sie dabei Ihre Wahrnehmung auf folgende Punkte.

 

Eine örtliche Visualisierung schafft Ruhe und Fokus in der Wahrnehmung.

 

  1. Aussenwelt: Ruhige Umgebung ohne Störungen in den nächsten 5-10 Minuten schaffen.
  2. Positionierung: Bequeme Sitz- oder Liegeposition einnehmen.
  3. Atmung: Drei Mal tief durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen.
  4. Aufmerksamkeit: Sich umschauen und fünf Gegenstände wahrnehmen, die grün sind.
  5. Selbstwahrnehmung: Fokus auf sich selbst - Wie fühlt sich mein Körper heute an? Von Kopf bis Fuss leise erspüren.
  6. Visualisierung: Augen schliessen und an einen ruhigen und schönen Ort denken - Was sehe ich? Was höre ich? Was spüre ich? Was rieche ich? Was schmecke ich? In diesem Zustand so lange verweilen, bis sich ihr Geist beruhigt und Sie innere Ruhe verspüren.
  7. Atmung: Drei Mal tief durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen.
  8. Bewegung: Sich Strecken und den Raum um sich spüren.
  9. Aussenwelt: Augen öffnen und langsam den Fokus wieder nach Aussen richten.

Die Wahrnehmung unserer Umgebung und unseres Körpers gibt Aukunft über weitere wichtige Elemente in unserem Leben. Die Aufmerksamkeit immer wieder bewusst auf bestimmte Objekte/Subjekte zu lenken, um einen Fokus zu setzen und so den Geist zu beruhigen sowie jeder Tätigkeit einen für uns relevanten Sinn zu verleihen.

Quellen: Bienstein, C. & Fröhlich, A. (2020). Basale Stimulation in der Pflege. Bern: Hogrefe.

Text und Bild: Rena Ruedin


Gedicht zum Frühling

Die Liebe ein Schmetterling

Die Liebe ist ein Ding. Zart wie ein Schmetterling,
in Blumen auferzogen, rasch, wie ein Traum, entflogen.

Mir Elfenkost genährt. Leicht traulich, leicht verstört.
Ein Kind der Sonnenstrahlen, ersehnt, gehascht von Allen.

Doch rohen Händen nimmer besteht so feiner Schimmer,
und Schmelz und Farbenpracht löscht dann in tote Nacht.

Weh dir, dass man dich fing, du armer Schmetterling.
Du musst, um froh zu leben, frei in den Lüften schweben.

Und nur zuweilen hin am grünen Rasen ziehn,
von Frühlingshauch gefächelt, wenn Erd und Himmel lächelt.

Die Liebe ist ein Ding. Zart, wie ein Schmetterling,
in Blumen auferzogen, rasch, wie ein Traum, entflogen.

(Lydia Hecker, 1802)


Podcast: Die Aussenwelt erfahren - Gemeinsam im Dialog (Folge 1)

Die Aussenwelt erfahren – Gemeinsam im Dialog

Ein Podcast des internationalen Förderverein Basale Stimulation® in der Moderation von Rena Ruedin.

Wir starten neu mit einem Podcast zum Thema Basale Stimulation. Vier Mal jährlich soll eine neue Folge erscheinen und Zuhörer/innen Einblicke in das Wirkungsfeld des internationalen Fördervereins Basale Stimulation® ermöglichen.

Folge 1_Im Dialog mit Elisabeth Röthlisberger

In unserer ersten Folge berichten wir über die anstehende internationale Fachtagung in Bern am 20. und 21. Mai 2022. Erfahrt mehr über die Organsiation einer Fachtagung, die spannenden Inhalte und was man auf keinen Fall verpassen sollte.

Spitzt Eure Ohren und lasst Euch von Menschen, ihren Geschichten und Erfahrungen beeindrucken.


Radio Wissen: Mit Düften heilen - Wie Riechen uns beeinflusst

Stellen Sie sich vor...

... Sie pflücken eine Orange und schälen diese sitzend im Gras. Was riechen Sie? Was fühlen Sie dabei?

... Sie trinken bei regnerischem Wetter Zuhause einen warmen Kaffee. Was riechen Sie? Was fühlen Sie dabei?

... Sie spazieren an einem warmen Frühlingstag durch den Wald. Was riechen Sie? Was fühlen Sie dabei?

 

In der 23 minütigen Folge "Mit Düften heilen - Wie Riechen uns beeinflusst" von Radio Wissen erfahren Sie mehr zum Geruchsinn und Düften. Klicken Sie hier, um direkt zu der Folge zu gelangen.

 

Quellen
Bild Orangenbaum: www.meinschönergarten.de
Bild Kaffe: www.stern.de
Bild Wald: d.Ryder, www.agrarheute.de

Jana erzählt in ihrem Youtube Kanal über ihr Leben als körperbehinderte Frau

Jana ist eine starke Frau.

Jana ist körperbehindert.

Jana erzählt ihre Geschichte.

Alles begann bei der Geburt, als Jana reanimiert werden musste und dies Folgen für ihr ganzes Leben mit sich brachte. In ihrem Youtube Kanal will sie mit ihren Beiträgen Menschen, die sich nicht mitteilen können, eine Stimme geben: «Ich will aufklären, was es heißt, den eigenen Körper nicht wie alle anderen nutzen zu können, weil man die Kontrolle nicht hat. Es ist nicht für jeden selbstverständlich, einfach aufs Klo zu gehen, wenn man muss, zu essen, wenn man hungrig ist oder einfach loszulaufen, wenn man Bewegung braucht.“ Jana ist aktiv im Körperbehinderten-Verein Stuttgart tätig.

In ihrem Video «zwischen behindert und normal» erzählt sie von ihren Herausforderungen im Spannungsfeld Krankheit - Gesundheit sowie die Wahrnehmung durch ihr Umfeld.  

Um Janas Stimme mehr Kraft zu geben, kann man ihre Videos liken, teilen und/oder Abonnent/in werden. Den Link zum oben genannten Video finden Sie hier.


Sinn & Bedeutung erleben: Geschichten und ihre Wirkung auf den Menschen

Die Befreiung der Sonne

Als der Winter kam, verschluckte der Rabe Welwimtilyn die Sonne und legte sich hin. Da brach grosse Kälte und Dunkelheit über die Menschen, und die Schneestürme zogen weiss, wild und frostig über das Land. Die Kälte und die Stürme aber hörten nicht auf, weil der Rabe die Sonne verschluckt hatte.
Eines Tages sprach Ememkut zu seiner Tochter Klükenewyt: «Geh zum Raben und sag ihm, er soll die Sonne freilassen.»
Klükenewyt setzte sich auf den Schlitten und fuhr zur Hütte des Raben. Die Frau Welwimtilyns sah sie kommen und sie sagte zum Raben: «Steh auf! Da kommt jemand zu dir.»

Bild: Der Rabe, der das Licht verschluckt hat (Wikipedia)

Doch der Rabe sagte nur: «M-m-m!»
Unverrichteter Dinge zog Klükenewyt nach Hause. Der Himmel blieb dunkel. Es stürmte immer mehr. Als sie nach Hause kam, fragte Ememkut: «Wo ist der Rabe? Hat er die Sonne freigelassen?»
«Nein», sprach Klükenewyt, «er wollte nicht mitkommen. ‹M-m-m›, hat er nur gesagt.»
Da rief der Alte nach seiner zweiten Tochter, Inianawyt.
«Kämme dich und geh zum Raben. Sag ihm, er soll die Sonne freilassen.»
Die schöne Inianawyt kämmte sich, zog ihre schönsten Kleider an, setzte sich auf den Schlitten und kam zum Raben Welwimtilyn. Die Frau sah sie kommen. Sie rief den Raben: «Rabe, steh auf! Man will dich holen.»
«M-m-m!», murmelte der Rabe nur.
Doch die Frau führte das Mädchen hinein und als der Rabe die schöne Inianawyt sah, lachte er vor Freude.
«Ah, hahaha!», und beim Lachen schlüpfte die Sonne dem Raben aus dem Mund und sie stieg hinaus an den Himmel. Der Himmel wurde klar, der Schneesturm hörte auf und der Winter hatte ein Ende.

(Russisches Märchen, 2018)

Sinn und Bedeutung geben und erfahren

Menschen wollen ihrem Tun einen Sinn verleihen und streben nach einem Handeln, dass ihren Wertvorstellungen entspricht. Eine fehlende Bedeutung kann zu einem Gefühl von Lehre führen sowie schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen. Lebenssituationen, die von Veränderungen geprägt sind, führen zu vermehrten Stress. Je nach dem, welche Bedeutung man einer Situation verleiht, kann dies unterschiedliche Folgen ergeben (C. Bienstein & A. Fröhlich, 2021). Doch wie kann man Menschen in einer Lebenskrise begleiten und sie in ihrer Suche nach der Sinnhaftigkeit positiv unterstützen?

Die Kraft von Geschichten und ihre Wirkung

Botschaften in Geschichten sind meist mit Emotionen verknüpft und werden von Menschen besser aufgenommen und abgespeichert, als blosse Fakten. Geschichten können in vielfältiger Weise erscheinen und unterschiedlich wirken. Auch das Leben schreibt Geschichten, welche wirkungsvoll in der Kommunikation eingesetzt werden können. Individuelle Erfahrungen in geteilter Form lassen Begegnungen zu mit einem wertvollen und schöpferischem Austausch (G. Adamczyk, 2019).

Das biographische, narrative Gedächtnis des Menschen ist zuständig für die Entscheidungen. Informationen werden dort abgespeichert. Neue Situationen werden dort abgeglichen und Handlunsgempfehlungen generiert. Geschichten ermöglichen es zu lernen und das biographische Gedächtnis mit weiteren Informationen zu ergänzen, um dem Handeln eine neue Bedeutung zu verleihen. Die Spiegelneuronen ermöglichen zusätzlich die Identifikation mit der Geschichte und den verbundenen Handlungen und Ergebnissen (G. Adamczyk, 2019).

Bild: Geschichten regen die Fantasie an (Kamishibai Erzählwerkstatt) 
Bild: Geschichten regen die Fantasie an (Kamishibai Erzählwerkstatt)

Im vorangegangenen Märchen geht es um einen Raben, der die Sonne verschluckt hat. Welche Bedeutung geben wir dem Raben und der Sonne? Am Ende in der Begegnung mit dem schönen Mädchen wird die Sonne befreit. Was spiegelt dies Handlung für eine Sinnhaftigkeit aus? Welche Emotionen ruft sie hervor?

Geschichten können im therapeutischen Kontext vielfältig eingesetzt werden. Sei es mit Kindern, Erwachsenen oder auch alten Menschen. Sie ermöglichen eine Begegnung und lassen sich auf die Bedürfnisse des Menschen anpassen. Geschichten sind Märchen, Sagen, aber auch eigene Lebenserfahrungen. Einer Lebenssituation kann so eine neue Bedeutung verliehen werden, indem eine  passende Geschichte ausgewählt wird, ein gemeinsamer Dialog entstehen kann und positive Emotionen werden.

Text: Rena Ruedin, Praxisbegleiterin Basale Stimulation®

Quellen:

  • Russisches Märchen, Wintermärchen aus aller Welt, Mutabor Verlag, 2018
  • A. Bienstein & A. Fröhlich, Basale Stimulation® in der Pflege, hogrefe, 2021
  • G. Adamczyk, Storytelling - mit Geschichten überzeugen, Haufe, 2019
  • Titelbild: sveta - stock.adobe.com

Empfehlung Dokumentarfilm: Inklusion von Menschen mit Behinderung – Kampf um Selbstbestimmung und Akzeptanz

Im SRF Dokumentarfilm, von François Loriol, wird von vier Menschen mit körperlichen Beeinrtächtigungen berichtet, die ihre Lebens- und Karriereträume in die eigene Hand nehmen, aber täglich für ihr Recht auf Selbstbestimmung und Akzeptanz kämpfen müssen.

Der körper- und sprechbeeinträchtigte Islam Alijaj will in den Nationalrat. Die nahezu blinde Geologin Barbara Müller arbeitet als Gastdozentin an der Uni Basel und ist passionierte Bergsteigerin . David Mzee ist der erste querschnittgelähmte Sportlehrer in der Schweiz und der muskelkranke Amir Gashi strebt eine internationale DJ-Karriere an.

Mit dem zentralen Lebensthema "Selbstbestimmung und Verantwortung leben" zeigt der Dokumentarfilm eindrücklich, wie Menschen trotz schweren Beeinträchtigungen nach ihren eigenen Vorstellungen leben und klare Ziele eigenverantwortlich setzen und verfolgen. Auch die Gleichstellung in der Gesellschaft wird dabei betrachtet.

Hier finden Sie den Link zum Film.